4te Trans Alp mit dem Rennrad 2008

Die 4te Trans Alp.

14 Tage nach Trondheim habe ich mich zusammen mit ca. 1100 anderen Startern aufgemacht, die Trans Alp zu bestehen. Eigentlich hätte ich schon in der Klasse Grand Master starten können. Doch mein Begleiter Yunus ist Jahrgang 1979, also fast 20 Jahre jünger als ich und so mußten wir in der Herrenklasse ( beide zusammen nicht älter als 80 Jahre ) starten. Mir war es egal, wichtig war mir, herrauszufinden, ob man in einer recht guten Zeit,14 Tage später diese Kraftprobe als 48-jähriger bestehen konnte. Mit viel Kampf konnte ich es meistern und wir sind von ca. 550 Teams 97 te geworden.

Diesmal war ich mit meiner Familie angereist; meine Drei wolten mal sehen, was der Alte so macht.Um das zu sagen, es hat sich mit der Familie gelohnt: Es war ein toller Urlaub für alle Vier.

Wie immer ging es am ersten Tag von Oberammergau aus los über das Hahntennjoch und diesmal in Rtg. Sölden. Am Hahtennjoch weiss man immer wie gut die Beine sind.
Ich und hunderte andere fuhren mit der Spitze in diesen sch.. Berg. Die Beine waren mittelgut.
Nach 14 km Anstieg kam ich im Regen am höchten Punkt des Tages an. Dann im Regen bergab, ach du je. Bloß nicht fallen. Dann der lange, gleichmäßige Anstieg nach Sölden.
Nach 140 km glücklich im Ziel. Meine Familie strahlte. Dem Alten ging es gut.
Der nächste Tag war nicht mehr witzig. Über das Timmelsjoch im Regen bei 6 Grad und dann 30 km bergab. Ich war gut angezogen und habe doch geschlottert wie ein Hund. In ST. Leonhard wartete mein Freund Achim Stober. Alleine seine Gegenwart half mir wieder Mut zu schöpfen, um dann den in Nebel eingehüllten Jaufenpass zu erklimmen. Dann wieder bergab. Und dann endlich in Sterzing hörte der Regen auf und langsam kam die Sonne heraus. Geil. Zum Schluss noch einen Platten; dies  war der einzige auf 3200 km Trans Alp.
Es ging in den nächsten Tagen weiter nach St. Vigil, Sexten und dann nach Falcade.
Nach Falcade war die schwerste Etappe. Aber ich hatte ein paar Mal Glück und bin in die Rtg. Gruppen gesprungen. Super tolle Gegend. Aber jeder Tag war schwer. Nach Feltre von Falcade aus, hatte ich die Nase voll. Bergrunter hatte ich keine Lust mehr ein hohes Risiko zu fahren.
Und irgendwie kam ich doch an.
Dann die Schlussetappe aus der Gruppe A in Rtg. Bibione. Am Anfang machte ich viele taktische Fehler. Bis ich alles begriffen hatte, waren 2 Stunden vorbei und wir waren bei km 86.
Ich war noch vorne dabei: Auch wenn ich nicht annähernd so gut bin, wie Malte Urban, Jörg Ludewig oder Herr Birkenfeld; auch ich wollte ins Ziel. Und mit dem Instinkt eines xklassigen Radrennfahrers huschte ich 8 Sek. hinter dem Stevens Team, wahrscheinlich unter den ersten 30 glücklich über die Ziellinie.
Danach ging es erstmal mit meinen Söhnen in die Adria; herrlich. Und abends gab es Bier; Wein und und und.
Fazit: 859 km, Schnitt 27,8 km/h. Ich hasse den Furkelpass mit seinen teilweise 18-19% Rampen.
Mein Fahrrad hat durchschnittlich 10,8 kg mit einer vollen Flasche gewogen. Da könnte ich was ändern, wenn man bedenkt, dass ein 2 kg leichteres Rad an einer 15 km langen Steigung ( 8% ) ca. 3 Min. an Zeitgewinn bringen soll.

Und jetzt der Hammer: Mein türkischer Partner Yunus, der auf der Trans Alp jede Etappe so ca. 10 Min. schneller war als ich, wurde eine Woche nach der Trans Alp, türkischer Vizemeister im Mountainbikefahren -Elite !!! Herzlichen Glückwunsch.
Bis denne Heiko