Ironman Europameisterschaft Frankfurt 2006

Vorab, dass ich hier eine gute Leistung erbracht habe, verdanke ich meinen Trainingspartnern, Jens Schönbohm und Dietmar Müller.
Schon im Dezember fingen die Vorbereitungen für diesen Wettkampf an. Dietmar zog die Intensität des Schwimmtrainings an, weil wir jetzt  im Dezember 2005 dafür Zeit hatten.
So ging es Monat für Monat weiter und das ein oder andere Mal zogen wir drei uns auf dem Rad den Zahn.
Auf unseren Zeitfahrrunden zwischen 8 und 70 km wurden wir immer schneller. Doch was bedeutete es. Ein erster Zwischenstand ergab sich im Rahmen der Mitteldistanz von Harsewinkel. Ich konnte eine 4:08 h erreichen. Das ließ hoffen, ca. 20 Minuten besser als im Jahr zuvor, wenn auch die Laufstrecke etwas kürzer war. Wir drei waren in guter Form.
Dann ging es auf nach Frankfurt, immer in der Ungewißheit mit oder Neo schwimmen zu müssen (dürfen)

Alle waren vort Ort; von meinen Eltern über einige vom RC Endspurt, die mit dem Rad nach Frankfurt gefahren waren, bis hin zu Mechthild und Dieter, die dort Freunde besuchten.
Einen Tag vorher war dann klar, ohne Neo, das Wasser
war zu warm. Mir war es egal.
Der Schwimmstart, der viel zu schlecht für  Zuschauer erreichbar war, erfolgte pünktlich und nach 3,8 km ohne große Probleme ging es auf`s Rad.
Ich wusste, Dietmar, der etwas schwächere Schwimmer
wird mich jagen; wir wollten beide nach Hawaii und zwar Dietmar in der AK 35 und ich in der AK 45.
Stur weg fur ich meinen Stiefel und wurde des öfteren von unseren Fans angefeuert.
Dann bei 130 km wurden die Beine schwer und ich vermisste langsam Dietmar; wo war er nur?
Wo war Jens, auch ein guter Schwimmer?
Dann bei km 170 schloss Dietmar zu mir auf und sagt nur: Reifendefekt, ich habe 4 Min. verloren. Ich muss die Zeit aufholen". Ich dachte nur, du hast noch genug Zeit.
Dann, mittlerweile tat mir ein Fuß unerträglich weh, ging es in die Wechselzone bei 30 Grad.
Dietmar war eine Minute schon weg. Ich hinterher und versuchte sowohl den Schmerz im Fuß zu ignorieren, als auch zu Dietmar aufzuschließen. Beides gelang mir; dies war natürlich völlig blödsinnig. Ich hatte diese Minute innerhalb von 8 km aufgeholt und Dietmar ist der schnellere Läufer. Die Rache kam bei km 26.; Flasche leer. Habe fertig. Gehen, laufen, gehen und immer im Hinterkopf, doch unbedingt die Quali haben zu wollen.
Endlich im Ziel: 10:03; ca. 10 Min. hinter Dietmar.
Auch Jens musste während des Marathons sehr leiden.

Wie sich dann am nächsten Tag herausstellte fehlten Dietmar Müller genau die 4 Min, die er zur Reparatur des Reifens benötigte. Sch.., denn ich hatte die Quali als dritter meiner AK 45 geschafft. Unser gemeinsamer Traum Hawaii war geplatzt.
So hart kann Sport sein!!