Swiss Alpine 2004

Kurz nach der Transalp dachte ich an meinen Laufkumpel Dieter Bredemeyer (Jg.35) (Deutscher Marathonmeister in der AK 70 mit 3.09 in Regensburg). Dieter hatte mir viel vom Swiss Alpin, seine Vorbereitungen dafür und dem Wettkampf erzählt. Da wollte ich auch hin.
Ein paar Tage vor dem Start Ende Juli fragte ich noch einmal Thomas Wiesinger, ob ich es tun sollte. Er meinte ja, wenn nicht jetzt, wann denn dann. Entscheidend ist das Wetter. So wartete ich bis zwei Tage vor dem Start und fuhr dann mit Dieter nach Davos, da gutes Wetter vorhergesagt war. Übrigens, Dieter informierte ich erst eine halbe Stunde vor Abfahrt und er sagte spontan zu. Das sind unsere Rentner.

Schließlich waren wir nach einigen Stunden Autofahrt in Davos. Ein nicht so schöner Ort, wie ich finde. Von meiner Transalp kannte ich schönere Dörfer.
Die letzten zwei Tage vor Ort liefen so wie die Vorbereitung: Viel Essen und Trinken. Klasse, einfach nur schön. Abends zuvor genossen wir noch mit einigen Einheimischen tollen Rotwein. Was will man mehr? Ach so, finishen natürlich.

Am Morgen kurz vor dem Start erfuhren wir, dass es über die höchste Stelle der Strecke gehen würde, der Keschhütte.
Es lief vom Anfang an gut. Dieter verpflegte mich an mehreren Stellen und nach dem ersten Marathonsteilstück hatte ich eine gute Zwischenzeit. Doch dann ging es ins Hochgebirge, hinauf zur Hütte. Endlos heftige Steigungen, die mir den Saft aus den Beinen zogen und kurz darauf stand ich in der Karawane der Gehenden.
Irgendwann wird einem dann alles egal, nur noch zurück nach Davos ins Stadion. Nach der Keschhütte kamen endlose Trails voller Steine, welche uns Läufer zu einem ein Hin- und Hergehüpfe zwangen. Mein Kumpel Achim Stober war extra aus Südtirol gekommen, um mich zu sehen. Wir verpassten uns. Ich war für sein Verständnis nicht mehr im Zeitplan; also raus aus dem Rennen. Dies stimmte aber nicht, denn ich war noch drin, nur etwas langsamer. Schade Achim!!
Die letzten 12 km ging es nur bergab. Kurz vor dem Ziel legte ich mich noch aufs Maul, wahrscheinlich weil ich einfach platt war. Es war aber noch einmal gut gegangen. Ich konnte weiter laufen und kam nach 8:46 h ins Ziel (174. Gesamt von ca 1000).
Erst einmal genoss ich ein alkoholfreies Bier und wir suchten nach einer Erklärung, warum so ich so schlapp war. Unser Fazit: Alles geht nun einmal nicht. Die Transalp hatte ich immerhin auch schon in den Beinen.
Danke Dieter, es war ein schöner Wettkampf, aber die Leiche (schlechte Zeit) muss ich noch einmal aus dem Keller holen.

Übrigens, der Swiss Alpin erschien mir viel viel schwieriger als der Rennsteiglauf.

So es ist jetzt das Jahr 2010, ich war in Davos um ein paar Freunde im Trainingslager zum Swiss Alpine zu besuchen. Jetzt nach den vielen Jahren als Triathlet weiß ich, dass keinen Zweck hat, es dort noch einmal ambitioniert auf Bestzeit zu versuchen. Die Kraft fehlt für die steilen Berge.