Transalp 2004

Mein Freund Volker Platz, dem ich auch sehr viel zu verdanken habe, hatte die Idee.
„Du wolltest doch mal etwas auf dem Rad machen.“
„Was denn?“ „Wir fahren zusammen die Transalp!“
„Häh?“
„Das habe ich gelesen, dass ist ein Zweierteam Rennen in 7 Etappen von Oberammergau zum Gardasee.“
„Volker, ich habe kein Rad und bin vor 20 Jahren mal etwas Rennrad gefahren.“
„Das Rennrad leihe ich dir und den Rest musst du selber machen.“
„Na gut, dann machen wir das. Melde uns bitte an. Ich kann aber erst im Mai anfangen zu trainieren, da ich vorher für den Hermannslauf trainiere.“ Gesagt, getan.

So rückten die Monate näher und ich hatte keine Ahnung was auf mich zukam.
Alex Knoop und Stephan Kalisch waren die beiden anderen vom RC Endspurt Herford, die sich auch auf die Transalp einließen.
Ich weiß es noch genau. Bei den ersten Trainingseinheiten für die Transalp hatte ich keinerlei Kenntnisse vom Material, noch verstand ich etwas vom Windschattenfahren oder von anderen radspezifischen Taktiken. Doch in meiner Unbekümmertheit war mir das egal.

Mit insgesamt 1200km in den Beinen ging es dann für mich zum Start der Transalp nach Oberammergau. Wir sind die Nacht durchgefahren und hatten uns eine Stunde Schlaf gegönnt.
Morgens ging es mit etwa 800 Rennern los.
Malte Urban, Deutscher Meister im Cross und ebenfalls Mitglied im RC Endspurt Herford, war auch dabei. Er gab uns immer wieder aufmunternde Worte mit auf den Weg. Leider stahl man ihm sein Rennrad in St. Vigil, so dass er dieses Rennen nicht gewinnen konnte. Ein Jahr später gelang es ihm dann zusammen mit Jens Schwedler.
Naja, ich sagte zuvor, dass der Startschuss erfolgte. Doch ich merkte schnell, wie wenig 1200 km Vorbereitung sind. Am ersten kleinen Berg, den Ammersattel, war ich schon breit und meine Freunde weg. Egal, weiter. Dann irgendwann kam der Hammer, das Hahntenjoch. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Diese Wand beim „Einstieg“ war unglaublich. Wie sollte ich da denn hoch kommen?
14 km später war ich mit vielen Gehpausen oben, zudem blieben meine Freunde wie Stephan immer in Sichtweite. Klasse, geschafft. Nein, so einfach war es dann doch nicht. 14 km bergab und dann in Rtg. Ischgl. Was war das denn? Flasche leer, Körper leer? Ich hielt an einem Haus an und bettelte um Wasser. Danke!

Nach Ischgl ging es langsam aber beständig mit Gegenwind bergauf. Ich konnte kein Hinterrad mehr halten. Zwischendurch genehmigte ich mir immer wieder Stehpausen. Zum guten Schluss fuhr dann noch einer mit Sandalen an mir vorbei. Oh Jeh!
Dann endlich nach über 6 Stunden im Ziel. Malte war schon lange geduscht, aber den anderen war es auch nicht wesentlich besser ergangen als mir. Wir mussten lachen.
Danach ging er zuerst ins Hotel, dann raus ins Dorf und ich sagte mir innerlich, wenn das Morgen nicht besser wird, muss du wohl aufgeben. Na dann prost. Drei große Hefeweizen, gutes Essen und ab ins Bett.
Am nächsten Morgen war alles anders. Am ersten Berg merkte ich, dass ich gut regeneriert war und von dem Zeitpunkt an war alles nur noch toll. Die Kameradschaft zwischen uns vieren war bis hin zum Überqueren der Ziellinie (wir platzierten uns in der ersten Hälfte) am Gardasee; einfach super!! Von dem Finisherabend ganz zu schweigen. Danke Alex, Stephan und Volker.